Welche Gurke ist am besten für den Burger geeignet?

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Gurke
Salatgurken und eingelegte Gurken gehören zu den beliebtesten Gurkenarten für den Burger.

Wie kam die Gurke in den Burger?

Wer hat eigentlich die Gurke im Burger erfunden? Die Geschichte der Burger-Gurke ist mysteriös. Feststeht, dass bereits Fletcher Davis 1904 auf der Weltausstellung in St. Louis einen Fleischklops zwischen zwei Sandwich-Scheiben legte und dazu eine eingelegte Gurke reichte. Der süßsaure Geschmack der Gurke harmonierte perfekt mit dem Fleisch und dem Brot. Trotzdem waren Hamburger lange Zeit gurkenlos und wurden nur zusammen mit gebratenen Zwiebeln verspeist. Erst in den 50er Jahren, als der Hamburger industrialisiert wurde und seinen Siegeszug über die ganze Welt begann, war die Gurkenscheibe nicht mehr wegzudenken.

Welche Gurken gibt es?

Die Gurke stammt eigentlich aus Indien, aber schon im antiken Griechenland verspeiste man sie mit großer Freude. Seitdem haben sich zahlreiche Gurkensorten entwickelt. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen den großen Salatgurken, die auch Schlangengurken genannt werden, und den Einleggurken. Salatgurken werden meist in Gewächshäusern angebaut. Einleggurken wachsen dagegen fast ausschließlich auf Feldern und in Gärten. Die kleinsten Einleggurken werden zu Cornichons. Die mittelgroßen werden ganz in Gläsern und Dosen eingelegt. Die größten Einleggurken werden geschnitzelt oder in Scheiben geschnitten.

Hat die Gurke Nährwerte?

Gurken bestehen zu 98 Prozent aus Wasser und sind deshalb sehr kalorienarm. 100 Gramm Gurken haben nur 15 Kalorien. Trotzdem enthalten sie auch Vitamine und Mineralstoffe. Die Gurke enthält die Vitamine A, C, D, E, B1, B2, B6 und B12. Außerdem enthält sie Eisen, Zink, Magnesium und andere Spurenelemente. Gurken gelten deshalb allgemein als recht gesund und vor allem als kalorienarmer Snack für zwischendurch. Gurken gelten als gute Durstlöscher und als großartige Feuchtigkeitslieferanten für unsere Haut. Deshalb sind Gurkenmasken für die Augen und für das Gesicht schon immer sehr beliebt gewesen.

Ökologisch oder konventionell?

Bio-Gurken gehören zu den beliebtesten ökologischen Produkten in den Supermärkten. Da konventionelle Gurken in den Treibhäusern sehr schnell hochgezogen werden oder auf den Feldern vor Parasiten bewahrt werden müssen, sind sie oft mit Pestiziden belastet. Bei einer Untersuchung wurden in 39 Gurkensorten immerhin 20 verschiedene Wirkstoffe gefunden. Laut dem Verband Pan (Pestizid Aktions-Netzwerk e.V.) enthalten Gurken durchschnittlich zehn verschiedene Wirkstoffe, die Einfluss auf unseren Hormonhaushalt nehmen können. Aus diesem Grund greifen immer mehr Verbraucher zur Bio-Gurke. Allerdings sind auch Bio-Gurken oft nicht ganz frei von Pestiziden und haben außerdem oft einen weiten Transportweg hinter sich. Spezialisten zweifeln deshalb daran, dass der Kauf einer Bio-Gurke wirklich von einem hohen Nutzwert für die Umwelt ist.

Wie werden Gurken eingelegt?

Jede Region hat ihre eigenen Sud-Rezepte für Essig- oder Salzgurken. Osteuropäische Produkte sind meist salziger, skandinavische Produkte stechen durch ihre Süße hervor. Ein typischer Sud für eine Gurke besteht aus Wasser, Essig, Salz, Zucker und Gewürzen wie Dill, Pfeffer und Senfkörnern. Da die amerikanische Küche stark von skandinavischen Einwanderern geprägt ist, schmecken typische US-Gurken fast genauso wie typische schwedische oder dänische Gurken: sehr süß! Wer selbst US-Gurken einlegen will, kann jedes herkömmliche deutsche Rezept verwenden und erhöht einfach den Zuckergehalt. Auch die Beigabe von Dill unterstreicht den typischen amerikanisch-skandinavischen Geschmack. Eine besondere Einlegart ist als „Boston-Relish“ bekannt. Dazu werden Gurken sehr klein geschnetzelt und mit Essig und Zucker eingekocht. Das „Boston-Relish“ ist in den USA als Burger-Zugabe sehr beliebt und stammt ursprünglich aus Schweden.

Welche Gurke für den Burger?

Burger gibt es inzwischen in unzähligen Variationen. Moderne, gesunde Burger werden meist mit viel Salat, Sprossen und Tomaten serviert. Hier werden dann auch typisch normale Salatgurken verwendet, die dafür ungeschält in dünne Scheiben geschnitten werden. Wer das typische Burger-Erlebnis der 50er und 60er Jahre genießen will, greift natürlich auf eine eingelegte Gurke zurück. Dafür kann man Gurken in Gläsern kaufen und sie selbst in Scheiben schneiden. Es gibt jedoch auch Gurkenscheiben im Glas.

Die großen Burger-Ketten verwenden inzwischen jedoch reine Salzgurken und sind vom süßsäuerlichen Geschmack der originalen US-Gurke abgekommen. Salzgurken werden in einem Sud aus Wasser, Salz und Gewürzen eingelegt. Die Herstellung ist wesentlich preisgünstiger, da auf den teuren Zucker und den kostbaren Essig verzichtet wird.

Wann kommt die Gurke in den Burger?

Ende der 90er Jahre hatte eine Amerikanerin geklagt, weil sie sich an einer heißen Burger-Gurke den Gaumen verbrannt hatte. Sie erhielt mehrere Tausend Dollar Schmerzensgeld. Burger-Gurken sind also heiß! Die Gurkenscheiben werden auf das frisch gegrillte Fleisch gelegt und gemeinsam im Brot verpackt. Die dünnen Gurkenscheiben erreichen schon nach wenigen Augenblicken die gleiche Temperatur wie das heiße Fleisch. Sie werden durch die Wärme jedoch auch weich und schwabbelig. Viele Verbraucher entfernen die Gurke deshalb vor dem Essen. Es gab bereits Forderungen an die großen Burger-Ketten, die Gurken ganz zu entfernen. Sie wollen jedoch aus Tradition die Gurkenscheibe beibehalten.

Privatpersonen und kleinere Imbiss-Buden gehen mit der Gurkenscheibe liebevoller um. Sie wählen eine Gurke ganz nach ihrem Geschmack. Süßsauer eingelegte Gurken werden dabei meist bevorzugt. Die Gurkenscheibe wird nach dem Grillen auf das Fleisch gelegt und dann zusammen mit dem Fleisch im Brötchen serviert. Allerdings sollte sie erst im letzten Moment auf das Fleisch gelegt werden, damit sie ihren Biss behält und nicht zu heiß wird.